YoungPilots - Aktuelles

YoungPilots fragen nach: Heute, Reinhardt Kr├╝ger, Chef der Flugschule ARDEX aus Kyritz

Mit einer unsinnigen Luftverkehrssteuer, einer marktverzerrender Emissionsabgabe, überregulierten Betriebszeiten an deutschen Flughäfen und weiteren indirekten Belastungen durch die Politik in Deutschland bricht der Luftverkehrsmarkt zusammen. Kaum noch Wachstum bei den deutschen Flughäfen und ein stagnierender Arbeitsmarkt bei den Piloten lassen die Branche abgeschlagen zur Entwicklung in der Übrigen Welt stehen. Wie können die deutschen Flugschulen, welche Qualitativ immer noch an der Spitze weltweiter Ausbildungsbetriebe stehen da überleben?

Die Flugschulen müssen zum jetzigen Zeitpunkt wenn es sich um Ausbildung handelt noch keine Luftverkehrssteuer bezahlen. Anders ist es wenn wir als Luftfahrtunternehmen tätig werden, hier greift diese auch bei uns.

 

Herr Krüger, 750 wartende NFFler, ca. 800 weitere ausgebildete Piloten in Deutschland im holding. Macht sich eine Flaute in der Luftfahrt hierzulande bemerkbar?

Gerade haben zwei ehemalige Flugschüler ein Angebot in der Schweiz, Zeitvertrag 6 Monate, keine selbst zu tragenden Type Rating Kosten, sehr gut bezahlt, zurückgegeben. Um weiteren Fragen vorzubeugen jetzt sind die Plätze schon vergeben.

 

Wie steuern sie der regionalen Flaute entgegen?

Viel Flugerfahrung ist der beste Garant für einen Einstieg in der kommerziellen Luftfahrt. Alle Chancen nutzen um für den gewerblichen Luftverkehr auch auf kleinen Flugzeugen fit zu bleiben. Simulator oder FNPT Flüge sind auch gut geeignet um in den Verfahren nicht einrosten.

Viele ATPL'er überlegen ob sie eine Fluglehrerausbildung machen. Aber bitte vorher auch schauen ob es möglich ist das anschließende Praktikum 100Fh FI r.p. Zeit, in der Flugschule oder woanders durchzuführen. Es gibt Flugschulen die bieten nur die Ausbildung an und sagen danach Tschüss.

Die Politik zieht sich aus der Verantwortung. Wie kann die Branche dem derzeitigen Desaster am Ausbildungsmarkt entgegensteuern?

Wie eigentlich immer, wenn nicht der Markt wer soll es sonst regeln. Keine Politik der Welt wird am Ende sichere Plätze im Cockpit schaffen.

 

Auch die Ausbildung wandelt sich und muss sich der Zukunft anpassen. Abgesehen von gesetzlichen Vorgaben, wie geht ARDEX die Zukunft am Pilotenmarkt an?

Wir bieten eine solide Ausbildung an, nicht überteuert. Wir halten die Termine ein so, dass jeder Flugschüler auch innerhalb der gesetzlichen Frist fertig werden kann. Hier muss man schauen ob das überall so ist.

Wir haben die Unterrichtsräume hier in Kyritz in diesen Jahr verdreifacht. Unsere Flotte mit 10 Flugzeugen stellt eine sichere Bank dar auch die praktische Flugausbildung zügig durchführen zu können. Durch die neu gegründete ARDEX Aviation Maintenance haben wir noch mehr Sicherheit für die Auslastung der Flugzeuge und können die Standzeiten der Flugzeuge erheblich verkürzen.

 

Was sollte sich ändern, damit die deutschen Flugschulen auch in der Zukunft weiter wirtschaftlich und qualitativ vernünftige Leistungen anbieten können?

Ganz leicht gesagt, immer mehr  Leute müssen am Bürotisch arbeiten um den administrativen Aufwand zu bewältigen. Unser Papierverbrauch ist trotz Computerprogramme ständig am wachsen. Das muss einfacher gehen.

Die Regelungen der EASA sind oft so widersprüchlich, weil man eben alles regeln will. Ein Inhaltsverzeichnis im FCL Werk 1178/2011 und mit den nachfolgenden Änderungen zusammengefasst wäre sehr hilfreich.


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